"LEERE STADT" VON DEJAN DUKOVSKI

Eine leere Stadt, die vom lauernden Krieg umschlossen ist, wie das Auge eines Hurrikans, wartend auf den Showdown. Nur zwei Menschen sind noch in der Stadt und treffen aufeinander. Brüder, feindlichen Armeen entflohen, die sich seit Jahren nicht gesehen haben. Sie haben eine Nacht, bevor etwas beginnt, von dem sie ahnen, dass es das Ende ist. Wie verbringt man die letzte Nacht?
Gjore und Gjero klappern die Orte ab, die unsere Gesellschaft ausmachen: eine Bank, ein Restaurant, eine Spielhalle, eine Kirche, ein Theater, ein Bordell. Sie essen, trinken, spielen, beten, masturbieren und berauschen sich. Sie reden über die Mutter, über das längst verkaufte Haus, über Maria und die Frage, wer sie mehr geliebt habe. Doch immer weniger sind Realität und Traum, Wahrheit und Lüge zu unterscheiden.
 
Regie: Thomas Ulrich
Dramaturgie: Sarah Youssef
Bühnenbild: Leah Victore und Günes Aksoy
Puppen: Aischa-Lina Löbbert
Kampfchoreographie: Phil Bonney
Trailer: Günes Aksoy und German Arefjev
Musik: Julius Richter
Fotos: Gerhard Richter
Es spielen: Jean Paul Baeck und Jonas Baeck
 
Eine Produktion der Acting Accomplices 2011.
Gefördert vom Kulturamt Köln und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.
 

Premiere

12.05.2011 im Theater im Bauturm Köln.

 

INTERVIEW IM KULTURMAGAZIN TRAILER

Leere Stadt Fusion-Special 2013

Leere Stadt Köln-Special 2012

Leere Stadt Köln-Promo 2011

PRESSE

JURYPREISTRÄGER DER HEIDELBERGER THEATERTAGE 2013

 

„What a crazy show! What a great performance!“

(Dejan Dukovski, Skopsko Leto, Skopje, 27. Juni 2012)

 

Die Acting Accomplices begeistern mit einer außergewöhnlichen Performance. Ihre ungeheure Lust am Abgründigen ist ansteckend. [...] Diesen Abend sollte man gesehen haben."

(Rafael Machado, Fringe Festival, Recklinghausen, 26. Mai 2014)

 

Gelungen etwa die Hamburg-Premiere der Kölner Off-Produktion Leere Stadt" in der Regie von Thomas Ulrich. Inmitten von Kriegswirren bleibt dem geradezu biblisch erdachten Brüderpaar Gjero (Jean Paul Baeck) und Gjore (Jonas Baeck) eine letzte Nacht, um reinen Tisch zu machen, alles zu tun, was sie schon immer mal tun wollten. [...] Die Gebrüder Baeck spielen das mit maximaler Selbstgefährdung und ziemlich virtuos."

(Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt, Thalia Theater, 7. April 2014)


Es entspinnt sich unter der Regie von Thomas Ulrich ein Bürgerkriegs-Beckett, ein surreales Endspiel - absurd, verdrogt, bizarr. [...] Umgesetzt wurde das mitunter bodenlose - im besten Sinne - Drama mit einfachsten Theatermitteln. Ein Overhead-Projektor für die Stimmung und eine wahrlich fabelhafte Live-Musik-Untermalung von Julius Richter. Perfektes, rasantes Off-Theater mit irrlichternden Darstellern im dafür wie gemachten Bühnenraum an der Rottstraße."

(Tom Thelen, WAZ, Theater Rottstraße 5 Bochum, 22. November 2013)


In seinem Stück Leere Stadt findet Dejan Dukovski keine Antworten, aber jede Menge Fragen. Regisseur Thomas Ulrich hat sie mit musiktheatralischen Mitteln inszeniert und mit ganz kleinem Einsatz ein wunderbar durchdachtes Bühnenbild geschaffen, in dem die Schauspieler Jonas Baeck und Jean Paul Baeck den Stoff mit authentischer Intensität durchleben. Begleitet werden sie dabei musikalisch von Julius Richter, der mit seinem Soundmix ein kongeniales Klangbild entwickelt, das die Geschichte nicht nur untermalt, sondern glaubhaft mit erzählt. Ein perfekter Abend im Lager des Weltkunstzimmers."

(Michael S. Zerban, Opernnetz, Asphalt Festival Düsseldorf, 10. August 2013)


„Es ist nicht einfach, etwas Zeitloses, allgemein Verständliches zu schaffen. Der mazedonische Autor Dejan Dukovski ist mit seinem Werk „Leere Stadt“ jedoch sehr nahe an diese Parameter herangekommen. Die Theaterinszenierung von Thomas Ulrich hat diesen universalen, zeit- und ortsungebundenen Stoff aufgegriffen und daraus ein sehr intensives, zum Nachdenken anregendes Theatererlebnis gemacht.
Das Stück und die lebensechte Performance der beiden Schauspieler - in dieser Inszenierung werden die Rollen gespielt von den Gebrüdern Jean Paul Baeck und Jonas Baeck - bleibt einem im Gedächtnis, begegnet einem wieder im Alltag, lässt einen selbst darüber nachdenken, wie leer man oft ist und was wirklich zählt im Leben. [...] Und so traurig der Inhalt auch anmutet, man verlässt das Theater dennoch nicht mit gesenktem, sondern mit einem nachdenklichen Kopf, einer Energie, die einen antreibt und viele Dinge klarer erkennen lässt.“

(Rosa Zakravsky, Journalistin u. a. für zeit.de, Berlin, 14. September 2011)


„Verstärkt wird der Eindruck der verrückten, weltfremden Theaternacht durch die Sounds, die von Julius Richter live eingespielt werden. Dass Musik Atmosphäre schafft und in der Lage ist, eine einzigartige Situation zu kreieren, wird in „Leere Stadt“ ziemlich deutlich. Zeitweise streicheln sanfte Pianoklänge das brüderliche Verhältnis, zeitweise versetzen dunkle, schwere Bässe sowohl Zuschauer als auch Akteure in eine unheimliche und ängstliche Stimmung. Leere Stadt” fragt nach dem Sinn des Lebens und lässt gleichzeitig den „Unsinn“ spüren. Gesucht werden Antworten, vielleicht auch ein einziger Universalsatz, der Antworten für alles gibt. Gefunden wird nichts. Und so bleibt am Ende die Frage, ob es wirklich die Stadt ist, die leer ist, oder vor allem die beiden vom Krieg gezeichneten Brüder.“

(Caroline Elsen, huldigungderkuenste.de, Berlin, 07. September 2011)