"KALTES LAND" VON RETO FINGER

Fremdes tut nicht gut in schwierigen Zeiten." Der Pfarrer sagt das, in einem einsam gelegenen Dorf irgendwo in den Bergen.
Eine Schutzbehauptung, aufgestellt für die hermetische Dorfgemeinschaft, zugleich und erst recht Selbstschutz. Unausgesprochene Wahrheiten sollen genau das bleiben, was sie immer waren: zugedeckt, nicht existent.
Die Welt da draußen dringt ein, Tobias, ein Wanderer aus der Stadt. Er spricht mit Hanna. Hanna, die auf dem Bahnhofsplatz steht, immer dann, wenn sie nicht gerade dem Vater, der sie Bub" nennt, auf dem Hof oder dem Pfarrer, der ihr körperliche Nähe aufzwingt, auf dem Friedhof helfen muss. Sie erzählt Tobias von der kalbenden Kuh, von dem alten, stinkenden Mann und von Macolvis Tochter, die in den Bergen singt.
Schwierig sind die Zeiten allemal. Auch für die Familie von Hanna, deren Bruder vor zwei Jahren starb.
Sein Tod birgt ein offenes Familiengeheimnis. Und als es gänzlich enthüllt wird, bleibt nur das Schweigen - oder der Amoklauf.

Regie: Thomas Ulrich
Dramaturgie: Sarah Youssef
Bühnenbild: Matthias Demmer
Musik: Joachim Jesi Jezewski
Es spielen: Jean Paul Baeck, Jonas Baeck, Christian Ingomar, Aischa-Lina Löbbert,
Anja Niederfahrenhorst und Bernd Rehse

Eine Kooperation des Artheater Köln und der Acting Accomplices 2012.
Gefördert vom Kulturamt Köln.

PREMIERE


25.09.2012 im Artheater Köln.

PRESSE

Im November 2012 wird die Produktion von der Kölner Theaterzeitung „aKT“ zur Inszenierung des Monats gewählt. Zudem wird sie für den Kölner Theaterpreis 2012 nominiert.

Am 3. Dezember 2012 wird die Schauspielerin Aischa-Lina Löbbert für ihre besondere Leistung in ihrer Hauptrolle als Hanna in „Kaltes Land“ mit dem „Puck“, dem Preis für die beste Kölner Nachwuchsschaupielerin, ausgezeichnet.


„[…] Dass der vergangen scheinende Mikrokosmos zwischen den Alpen parallel zum Jetzt existiert, ist im Stück angelegt und wird in der Koproduktion der Acting Accomplices mit dem Artheater treffend herausgearbeitet
: Überrascht reibt man sich die Augen, wenn die Städter Tobias und Jasmin (gespielt von den Brüdern Jonas und Jean Paul Baeck) hereinschneien und einwandfrei als Kinder des 21. Jahrhunderts zu identifizieren sind. Regisseur Thomas Ulrich setzt wenige Requisiten ein und verlässt sich auf die emotionale Kraft seiner Darsteller – zu Recht.

Ein eindringlicher theatergewordener Heimatfilm mit einem starken Ensemble – aus dem die furiose Aischa-Lina Löbbert in der Hauptrolle herausragt.“

(Jessica Düster, Kölner Stadt-Anzeiger 10/12)


„[…] Mit jeder Szene ragen die Seelennöte der Dörfler mehr empor, bis sie explodieren. Mühelos und ohne große Requisite behaupten die hervorragenden Schauspieler ihre Rollen. Kleine, feine Regieeinfälle verstärken Fingers Sprache der Verknappung. Die Spieler tun ihr Übriges, um der Tragödie nicht die Wucht zu nehmen. […] Ein überaus spannendes Stück.“

(Stadtrevue 10/12)


„[…] Dramaturgisch dicht und von den Schauspielern mit großer Intensität umgesetzt, entwickelt das Drama einen wie aus der Zeit gefallenen Sog, dem man sich bis zum Ende nicht entziehen kann.“

(aKT-Inszenierung des Monats 10/12)