"DER FREUND KRANK" VON NIS-MOMME STOCKMANN

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Ein Mann in den Dreißigern kehrt zurück in seinen unglamourösen" Heimatort. Sein Jugendfreund Mirko ist verrückt geworden. Mirkos Frau Nora, in die der Heimkehrende einst verliebt war, pflegt den Kranken, von dem sie ein Kind erwartet. Der Ort selbst krankt am Strukturwandel. Das Aroma-Werk wird abgebaut. Stattdessen kommt die Autobahn. Der Mann bleibt trotz allem da. Ihn hält eine Mischung aus Sehnsucht und Schuldgefühl - denn auch er profitiert vom Ausverkauf des Ortes. Nis-Momme Stockmanns neues Werk ist ein neoromantisches Epos, in dem ein zerrissenes Ich zwischen Selbst- und Weltanklage taumelt. Anscheinend beiläufig legt Stockmann damit deutsche Zustände und Zwänge offen.

Regie: Thomas Ulrich
Dramaturgie: Sarah Youssef
Bühne: Matthias Demmer
Kostüm: Nina Wellens
Regieassistenz: Hanna Vormstein
Animation: Hedda Schattanik
Design: Günes Aksoy, German Arefjev und Marc-Daniel Karkowsky
Sounddesign: Julius Richter
PR: Angela Krumpholz
Fotos: Gerhard Richter
Es spielen: Jean Paul Baeck, Jonas Baeck, Marius Bechen, Lisa Bihl

Eine Produktion der Acting Accomplices 2014.
Die Aufführungsrechte liegen beim Verlag schaefersphilippen.
Gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mit freundlicher Unterstützung von Inge Tepel, Sabine Goldmann-Maier, Klemens Bechen, Jürgen Schaden-Wargalla, Resi und Ruth Bechen.


Premiere

25. September 2014, 20:30 Uhr in der ORANGERIE – Theater im Volksgarten, Köln.

PRESSE

Im Dezember 2014 wird die Produktion Der Freund krank" mit dem Kölner Theaterpreis 2014 ausgezeichnet.
Zudem werden Jean Paul Baeck und Jonas Baeck für deren schauspielerische Leistung in Der Freund krank" mit dem Kölner Darstellerpreis 2014 ausgezeichnet.


Mit Hingabe spielen die Acting Accomplices den ganzen Facettenreichtum der Sprache aus. Ändert sich der Ton nur um eine zarte Nuance, geht es von hinreißend komisch rasant wieder direkt an den Abgrund der Menschheit.
[...] Die verschiedenen Theatermittel machen diese herausragende Inszenierung von Der Freund krank" sehr spielerisch - verkleinern jedoch nicht ihre dramatischen Möglichkeiten. Im Gegenteil. Sie ermöglichen ein intensives, zeitgenössisches Erzählen, das unseren Empfindungen im Heute absolut gerecht wird."

(Auszug aus der Laudatio zur Verleihung des Kölner Theaterpreises 2014 von Jurymitglied Henriette Westphal)


[...] Was den Zuschauer 110 Minuten gebannt auf den Stühlen der Orangerie verharren lässt, ist die knisternde Reibung, die sich zwischen Innenleben und äußerer Handlung, zwischen öder Wirklichkeit und ihren unbewussten Unterhöhlungen entzündet. Julius Richter ist als Sounddesigner ins Bühnenbild integriert, lässt wie ein ungnädiger Gott auf die Handelnden herabblickend den kranken Freund schwer atmen und Ausrufe im Nichts verhallen - unheimlich.
Das Ensemble spielt exzellent, hysterisch prahlend und angstgesteuert das männliche Triple-Ich, kaltschnäuzig und innerlich dahinschwindend Lisa Bihl. Ein wunderbarer, verstörender, schwarzromantischer Abend."

(Christian Bos, Kölner Stadt-Anzeiger, 11/14)


„Der Freund liegt schon anfangs bleich in der Ecke, eine Puppe, die (dank Julius Richters grandiosem Sounddesign) höchstens mal schwer atmet. [...] Dieses „Ich", das seine unschöne Rückkehr erzählend durchlebt, hat Ulrich auf drei Schauspieler verteilt - eine schlaue Idee, der Jean Paul Baeck, Jonas Baeck und Marius Bechen in lächerlich knalligen Großstadt-Anzügen furios Leben geben. [...] Die Kontraste von Innen und Außenwahrnehmung sorgen durch das pointierte Spiel immer wieder für rasand komische Szenen. Doch Lisa Bihls Nora ist dabei so mitreißend verzweifelt, dass sie dem Abend eine erhebliche Fallhöhe verleiht. Eine Inszenierung mit doppeltem Boden."

(Brigitte Schmitz-Kunkel, Kölnische Rundschau, 09/14)


„Wenn eine 15 jährige, ein 20 jähriger und eine, nun, etwas gesetztere Dame gleichermaßen Gefallen an Text, Inszenierung, Schauspielern, Sound und Bühne finden, und sich dann noch auf dem Heimweg angeregt darüber austauschen und so rumassoziieren und diskutieren und schmunzeln und denken und... - dann muss ja schon was dran sein. Nein ehrlich: sehr sehr geil! Lohnt sich absolut!"


(Susanne Krings, WDR, 09/14)


Schauspielerin Lisa Bihl als Nora bildet den Kontrast zum Tripple-Ich in Standup-Manier. Als überforderte Schwangere liefert sie eine erstaunlich bewegende Performance. […] Sowieso sprüht die Regie vor Ideen. Mit einfachsten Mitteln wird jede Szene satt komponiert. […] Immer wieder gibt es ausgeklügelte Bilder, die filmische Imaginationsräume entstehen lassen. [...]
Vielmehr ist Stockmanns Ich-Monolog eine riesige Rechtfertigungs- und Bewältigungsfantasie, die Köln einen vielschichtigen und intensiven Abend beschert!“


(Konstantin Alexiou, Stadtrevue, 11/14)



Regisseur Thomas Ulrich setzt ganz auf sein spielfreudiges Ensemble, das die absurde Geschichte in Dialogen erzählt und gleichzeitig gemeinsam kommuniziert, mal als Tagebuch, mal als Vision. Nis-Momme Stockmann hat damals in Frankfurt versucht, das Theater über seine Grenze zu hebeln. In Köln findet das Stück eine mentale Erdung durch den bereits sanierungsbedürftigen Raum. Jean Paul Baeck, Jonas Baeck und Marius Bechen teilen sich das dreigeteilte Wesen und die Baschi-Mofagang. [...] Und so agieren die drei zusammen, gegeneinander, aber immer zielgerichtet. [...] Und das Trio rockt den Saal vorzüglich."


(Peter Ortmann, Choices, 11/14)


Die knisternde Spannung und das vorzügliche Ensemble hielten das vollbesetzte Haus gut zwei Stunden gebannt auf den Plätzen. [...] Intensives, spannendes Theater über die Tiefen der menschlichen Seele."

(Michael Cramer, www.theaterpur.de, 12/14)

WEITERE AUFFÜHRUNGEN

Nächste Aufführungen:
05.04.2017
Doppelvorstellung um 10 Uhr, sowie um 20 Uhr

im Bürgerzentrum Nippes in Köln.