"BUNBURY" VON OSCAR WILDE

Oscar Wilde porträtiert mit seiner brillanten Komödie „Bunbury" eine hochästhetisierte Gesellschaft, in der die Menschen, stets in voller Maske, als Schauspieler ihres eigenen Lebens auftreten. Es geht um Menschen, die sich ihrer selbst durch permanentes Reden und geschliffene Bonmots vergewissern – und deren Lebensmaxime genau das Gegenteil von Authentizität und aufrichtigem Gefühl ist. Wilde schrieb sein Stück, das 1895 mit rauschendem Erfolg uraufgeführt wurde, aus seiner sehr persönlichen Not heraus: Sein Zeitalter, das er vulgär" nannte, tolerierte seine Homosexualität nicht, und er war gezwungen, ein Doppelleben zu führen. Nur ein paar Monate nach der Premiere wurde er wegen Unzucht zu Zwangsarbeit verurteilt, das Stück wurde abgesetzt.

Regie: Thomas Ulrich
Dramaturgie: Sarah Youssef
Übersetzung: Sarah Youssef
Bühnenbild: Matthias Demmer
Kostüm: Nina Wellens
Regieassistenz: Kim Boris Guliyew
Es spielen: Jean Paul Baeck, Jonas Baeck, Marius Bechen, Lisa Bihl, Stefanie Philipps und Doris Plenert
 
Eine Koproduktion des Theater im Bauturm Köln und der Acting Accomplices 2013.
Die Aufführungsrechte liegen bei den Acting Accomplices.
 

Premiere (UA)

14.09.2013 im Theater im Bauturm Köln.

BUNBURY TRAILER 2014

PRESSE

[...] Unter der Regie von Thomas Ulrich, von dem energiegeladenen Ensemble mit Lust am knallbunten Klamauk und grotesker Zuspitzung gespielt, wird es zu einem eleganten Boulevardspaß mit bittersüßen Pointen. Die Dramaturgin Sarah Youssef hat Wildes Originaltext neu übersetzt. Die Kölner Bühnenfassung ist klug und kurzweilig. In der pointierten Gegenüberstellung von Text und Spiel kommt der doppelbödige Witz zum Vorschein, mit dem Wilde dem bigotten Standesdünkel den Spiegel vorhält. Trash und Trivialität, temporeich und urkomisch auf die Spitze getrieben, erweisen sich in Bunbury" als taugliche Mittel für brillantes Theater."

(Norbert Raffelsiefen, aKT 10/13)

 

[...] Herrlich schrill gestylt (Kostüm/Maske: Nina Wellens) fuchteln die Männer in tuntigem Gestus herum, während die Frauen kreischen und zicken. Das machen Doris Plenert und Marius Bechen, Lisa Bihl und Stefanie Philipps großartig; die Brüder Jean Paul und Jonas Baeck als Gesellschaftslöwen ragen heraus. Eingerahmt von hochnotkomisch eingedeutschten Elton-John-Songs und mit Rollenspielen zwischen Frau und Mann, Homo und Hetero, Schauspielerpersönlichkeit und Figur atmet die Komödie ein wenig den anarchischen Geist einer Rocky Horror Show."

(Jessica Düster, Kölner Stadt-Anzeiger 09/13)


[...] In Thomas Ulrichs Inszenierung von Bunbury", der fulminanten Spielzeiteröffnung im Theater im Bauturm, ist alles ein bisschen anders als bekannt. [...] Das kann nur gelingen, wenn man sich auf ein so mitreißend spielfreudiges Ensemble wie die Acting Accomplices" stützen kann. Die sechs Akteure nutzen Wildes Nonsense-Stück als Projektionsfläche für überbordende Slapstick-Komik, für die sie nicht mehr Requisiten als einen kippbaren Rahmen und eine feine Lichtregie brauchen (Matthias Demmer, Thomas Moerl)."

(Barbro Schuchardt, Kölnische Rundschau 09/13)